Bericht aus Marx (November 2020)

„Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen, wie ich überwunden habe und mich gesetzt mit meinem Vater auf seinen Stuhl.  Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt“!

„Се, стою у двери и стучу: если кто услышит голос Мой и отворит дверь, войду к нему и буду вечерять с ним, и он со Мною. Побеждающему дам сесть со Мною на престоле Моем, как и Я победил и сел с Отцом Моим на престоле Его.

Имеющий ухо да слышит, что́ Дух говорит церквам“!

Mit diesem einzigartigen Vers aus dem letzten Buch der Bibel –Offenbarung Kapitel 3 Verse 20-22 – möchten wir alle Geschwister im Herrn in Deutschland aus der Stadt Marx an der Wolga in Russland (ehemalige Ekatherinenstadt) recht herzlich grüßen!

Meine Frau und ich, wir sind zurzeit bei unserer Familie in Deutschland und es geht uns den Umständen entsprechend gut. Unser Aufenthalt sollte schon im Oktober beendet sein und wir hatten die Flugtickets für den 8. Oktober und den COVID-19 Test (Negativ) ordnungsgemäß in der Tasche.

Wir haben uns pünktlich mit vollem Elan und ohne irgendwelche Bedenken am Donnerstag den 8. Oktober 2020 in Frankfurt Airport zur Passkontrolle in die lange Warteschlange gestellt. Als wir aber letztendlich an dem Schalter waren ist uns von dem Sachbearbeiter eine definitive Ablehnung wegen der Pandemie-Dynamik in Russland mitgeteilt worden. Mit Unverständnis und großer Sorge für die zukünftige Zeit mussten wir auch am 14. Oktober 2020 mit einer gültigen Einladung aus Russischer Föderation zum zweiten Mal den Flughafen ohne Erfolg nach Saratow bzw. nach Marx fliegen zu können verlassen.

Man sagt: alle guten Dinge sind drei. Wir werden demnächst alles, was von unserer Seite möglich ist mit Gottes Hilfe versuchen, aber das Unmögliche kann nur Gott selbst vollbringen.

Im Rückblick auf die letzten Monate in Russland freuen wir uns über die gesegnete Entwicklung in der Kirchengemeinde in Marx, nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität.

Jeden Sonntag wird von den Zuständigen für Kinder/Jugenddienst eine Sonntagsschule organisiert und durchgeführt. Leider haben wir immer noch keinen optimalen Platz, diese wichtigen Dienste durchzuführen.

Meine Frau Irina und noch zwei andere Schwestern aus der Gemeinde konnten in der Corona-Zeit diakonischen Dienst organisieren, um den Bedürftigen in dieser schweren Zeit mit Rat und Tat beizustehen, zu helfen und bis zum Tod zu begleiten.

Im Sommer konnten wir in Saratow eine Freizeit für Konfirmanden (14-16 Jahre) gestalten und anschließend fast alle konfirmieren.  Ab Juli 2020 starteten wir mit dem Konfirmandenunterricht für Erwachsene.

Während unseres Aufenthalts in Deutschland machen wir den Unterricht jeden Donnerstag über eine Videokonferenz. Ebenfalls online, treffe ich mich jeden Freitag mit den Predigern aus der Gemeinde. Wir besprechen die Auslegung des vorgegebenen Predigttextes und reden über den Ablauf des Gottesdienstes für den kommenden Sonntag. Die Gottesdienste mit Abendmahl in Marx und den dazugehörigen Dörfern werden vom Propst Andrej Dzamgarov organisiert und durchgeführt. 

August 2020 war für die Gemeinde bzw. die kleinsten Besucher der Kirche besonders segensreich. Unser Mezenat (Sponsor) Viktor Schmidt schenkte den Kindern einen Spielplatz, der von Mitgliedern der Gemeinde für die Kids aufgebaut wurde.

Für die nächste Zeit planen wir, gemeinsam mit den Geschwistern aus Saratow, folgende Seminare zu organisieren und durchzuführen:      

  1. Sonntagschule (Planung, Theorie und Praxis)
  2. Das Kirchenjahr und liturgische Präsenz
  3. Advent und Passionszeit
  4. Diener am Wort (Prediger)

Während unseres Aufenthalts in Deutschland besuchten wir mehrere Brüdergemeinden, die uns im Gebet und finanziell unterstützen. Wir möchten allen für die Unterstützung in allerlei Hinsicht recht herzlich danken. Unser Gebetsanliegen an alle, die uns in der Mission beistehen, ist: Betet in dieser turbulenten Zeit für unsere baldige Rückkehr und für die Gemeinde in Marx.

Weiß ich den Weg auch nicht, du weißt ihn wohl,
das macht die Seele still und friedevoll.
Ist’s doch umsonst, dass ich mich sorgend müh‘,
dass ängstlich schlägt mein Herz, sei’s spät, sei’s früh.

Du weißt den Weg ja doch, du weißt die Zeit;
dein Plan liegt fertig schon in Ewigkeit.
Ich preise dich, dass du auch mein gedacht,
ich rühm die Gnade, die mich selig macht.

Du weißt, woher der Wind so stürmisch weht,
und du gebietest ihm, kommst nie zu spät,
Drum führe mich, dein Wort ist ohne Trug,
du weißt den Weg für mich, das ist genug.                               

Text: Hedwig von Redern

Ты знаешь путь, хоть я его не знаю,
Сознанье это мне даёт покой.
К чему тревожиться мне и страшиться,
И день, и ночь всегда томясь душой.

Ты знаешь путь. Ты также знаешь время,
Твой план давно уж для меня готов.
И славлю я, Господь, Тебя сердечно
За милости, заботы и любовь.

Ты знаешь всё: откуда ветры дуют;
И бурю жизни укрощаешь Ты!
Пусть неизвестно мне, куда иду я,
Но я спокоен – путь мой знаешь Ты.

Bleiben Sie gesund und dem Herrn befohlen, 

Ihre Jakob und Irene Rüb.

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