Ein Herz wie Stein – das muss nicht sein

„Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neunen Geist in euch hineinlegen. Ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben“ (Hesekiel 36,26)

In diesem Wort ist die Rede davon, dass Gott uns ein neues Herz geben will. Es mag sein, dass du ganz erstaunt fragst: „Ist denn mein altes Herz nicht gut genug? Muss denn jeder Mensch ein neues Herz haben?“ Schon in den Tagen Noahs hat Gott gesagt, was er von unserm Herzen hält: „Das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.“ (1. Mose 8,21) Jesus, der Herzenskenner, sagt: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Hurerei, Dieberei, falsches Zeugnis, Lästerung.“ (Matthäus 15,19) Er will damit sagen, dass die Keime zu all diesen Sünden bereits in unserem Herzen liegen. Nun kommt uns Gott zu Hilfe, indem er sagt: „Ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen.“ Er nennt das Herz des Menschen steinern.

Hart wie Stein

Was hat Gott schon alles an uns getan? Mit welcher Liebe ist er uns nachgegangen? Seine Güte war über uns jeden Morgen neu. Jesus Christus lebte für uns, er starb für uns, er warb um unsere Seele. Er mahnte: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit!“(Matthäus 6,33). Er warnte: „Habt nicht lieb die Welt!“(1. Johannes 2,15). Wie oft hat er gebeten: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken!“ (Matthäus 11,28). Was ist der Erfolg? Hast du ihm dein Leben geweiht und für alle Wohltaten gedankt? Wenn nicht, dann musst du erkennen und bekennen, dass dein Herz von Natur aus hart wie ein Stein ist.

Kalt wie Stein

Gott fragt Kain: „Wo ist dein Bruder Abel?“ Trotzig antwortet dieser: „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ (1. Mose 4,9). Diese Kain-Frage ist heute oft zu hören und lebt weiter. Kalt und gleichgültig kann man an der Not des Nächsten vorübergehen. Wieviel Neid und Streit gibt es, wieviel Verständnislosigkeit und Missstimmung. Dies geschieht alles, weil unser Herz kalt wie ein Stein ist.

Leblos wie Stein

Wenn im Frühling die Natur erwacht, alles grünt und blüht, bleibt der Stein derselbe. Er wächst nicht, bringt keine Frucht, liegt einfach starr da. Und wir? Sind wir gewachsen im Glauben und in der Liebe? Hast du persönlich Gottes Wort fleißig in die Hand genommen, um deine Seele daran zu nähren? Sind wir treuer geworden im Gebetsleben? Suchen wir mehr als früher den Ort auf, wo Gottes Wort verkündet wird? Oder sind wir immer noch dieselben? Wenn alles so bleibt, wie es war, dann besitzen wir ein steinernes Herz. Wir müssen zugeben, dass das alte Herz uns schon genug Mühe und Not gemacht hat. Wer sehnt sich nicht nach einem Herzen, in dem der Friede Gottes wohnt, in dem der Glaubensmut triumphiert und die Liebe brennt? Wie wichtig ist da die Bitte: „Gib mir, Herr, ein neues Herz!“ (vgl. Ps. 51,10). Und du kannst, darfst und sollst es haben.

Friedloses Herz

Was vom alten Herzen gilt, das gilt auch vom Geist. Der alte Geist ist die Gesinnung des natürlichen Menschen, er lebt und liebt sich selbst. Er ist mit seinen Gedanken und Wünschen nur auf das Irdische bedacht. Um das Heil der Seele macht er sich keine Sorgen. Der alte Geist ist der Geist der Selbstsucht und des Genusses. In diesem Zustand hat der Mensch ein friedloses Herz. Da gibt es nun eine frohe Pfingstbotschaft: Wenn du noch im alten Geist steckst, dann will Gott dir einen neuen Geist geben. Er will, dass es Pfingsten in deinem Herzen wird.

„Und ich will euch ein fleischernes Herz geben“

Damit meint Gott ein lebendiges, gefühlvolles Herz. Das neue Herz ist ein Herz, wie der Herr Jesus es hatte. Wie schlug das Herz Jesu in Liebe für alle Menschen! Wir lesen in der Bibel den kurzen Satz: „Er musste aber durch Samarien reisen“(Johannes 4,4). Das war nicht der sonst übliche Weg, wenn man von Judäa nach Jerusalem reisen wollte. Jesus aber „musste“, weil am Jakobsbrunnen eine samaritische Frau war, der er aus dem Schlamm der Sünde heraushelfen wollte. In Jericho kehrte er bei dem Oberzöllner Zachäus ein, der ein Wucherer war. Jesus sah das Verlangen nach Vergebung in seinem Herzen. Der Besuch hatte das freudige Ergebnis, dass Jesus sagen konnte: „Heute hat dieses Haus Rettung erfahren“ (Lukas 19,9). Auf die Bitte des Schächers am Kreuze auf Golgatha sagte er zu:„Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lukas 23,43). Er war immer voll Liebe, sogar bis in den Tod. Sieh, solch ein Herz will uns der Heiland schenken, das in herzlicher Liebe für andere schlägt. Ich glaube, jeder von uns kann solch ein Herz gebrauchen. Und der Herr Jesus möchte es uns jetzt schenken. „So nimm denn mit Freuden, was Jesus dir beut.“

Das Herz – die Wohnung des Heiligen Geistes

Durch Pfingsten sollen wir nicht nur ein jesusgemäßes Herz bekommen, sondern auch seinen Geist. „Ich werde meinen Geist in euch geben.“ (Hesekiel 36,27). Hast du über die Größe dieser Botschaft schon einmal nachgedacht? Du sollst Gottes Geist empfangen. In einem Herzen, wo Lüste und Leidenschaften, unreine Gedanken und arges Begehren ihr wildes Spiel verrichtet haben, da will sein Geist, ja, er selbst Wohnung machen. Dein Körper soll der Tempel, d. h. die Wohnung des Heiligen Geistes werden. Glaube nicht, dass dies nur schöne Bilder oder fromme Worte sind. Ja, Gott spricht: „Ich werde“, und was er zusagt, das hält er gewiss. So gibt es durch Pfingsten einen gesegneten Wechsel im Leben. Hat man früher nur für sich selber gelebt, so lebt man nun für den Nächsten.

Lass dein Herz Pfingsten erleben

Des Herrn Wunsch ist, dass es in deinem Leben Pfingsten wird. Und wenn es wohl auch dein Wunsch ist, dann öffne dich dem Wirken des Heiligen Geistes. Mache ihm Raum in deinem Leben, dass der Herr Jesus Christus die Herrschaft über dein Leben bekommt. Öffne ihm dein Herz! Gibt dich Jesus ganz hin und lass dein Herz echtes Pfingsten erleben! Dann wird dieses Pfingstfest dir ein unvergessliches und ewiges Erleben sein.

Dein Rudolf Benzel

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