Aussendung der Eheleute Jakob & Irene Rüb nach Marx an der Wolga

Einsatzgebiet

Die russische Stadt Marx (bis 1918 Katharinenstadt) hat 31.500 einwohner und liegt im Gebiet Saratow am Ufer der Wolga. Sie gehörte bis 1941 zum Autonomiegebiet der Wolgadeutschen und war dessen zweitgrößte Stadt und Verwaltungssitz Auftrag durch den pastoralen Dienst und missionarische Aktivitäten Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus einladen, fördern,
begleiten und schulen.

Ziele

▶ evangelistische und missionarische Einsätze
▶ Seelsorge und Hausbesuche
▶ Kinder- und Jugendarbeit
▶ Durchführung von Bibel- u. Gebetsstunden
▶ Begleitung der ehrenamtlichen Mitglieder
▶ Schulungen und Seminare für Gemeindeglieder
▶ Familiengottesdienste
▶ Freizeiten für jung und alt

So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott. 2. Korinther 5,20

Vorstellung

Jakob Rüb ist am 28.08.1962 in Merke (Kasachstan) in einem gläubigen Elternhaus geboren. Er ist verheiratet mit Irene Rüb, geb. Schäfer. Sie haben drei erwachsene Kinder. Als aktiver Mensch erreichte er vieles in seinem eigenen und gesellschaftlichen Leben. Dann bewirkte ein schwerer Unfall die Wende in seinem Leben und er kam zum aufrichtigen Glauben an den Herrn Jesus Christus.

Jakob Rüb beschäftigte sich intensiv mit dem ev.-luth. Glauben und studierte 6 Jahre Theologie. Durch Gottes Gnade gelingt es ihm sein Studium erfolgreich mit einem akademischen Grad an der ICI University zu absolvieren. Im Januar 2003 wurde Jakob Rüb durch die Ordination der evangelisch-lutherischen Kirche im Rheinland mit dem Predigtamt und der Verwaltung der Sakramente beauftragt. Neben den regulären Gottesdiensten in der evangelischen Kirchengemeinde Wetzlar betreut er eine russlanddeutsche Gemeinde in der Magdalenenkirche. Seit 2012 ist er auch in der Notfallseelsorge tätig.

Bei einem Besuch der Gemeinden am Wolgastrom erkannten die Eheleute Rüb die große geistliche Not in der Region. Tief besorgt und berührt durch den Geist des Herrn und schließlich auf Bitten von Alexander Scheiermann, des heutigen Bischofs der elKusFO, entstand in ihnen ein großes Verlangen die Leute der Stadt Marx in der Nachfolge Jesu zu betreuen und auf dem Weg zu begleiten.

Der Aussendungsgottesdienst findet am 12. Mai 2019 im Wetzlarer Dom statt.

 

Liebe Geschwister und Missionsfreunde, lasst uns gemeinsam vor den Thron der Gnade treten, um zu beten und dafür zu bitten, dass der Herr Jesus Christus die Eheleute Jakob und Irene Rüb mit der nötigen Kraft, Weisheit, Geduld, Freude und Liebe im Dienst an den Menschen ausrüstet und befähigt. Wenn sie den Dienst und die Ausbreitung des Evangeliums an den Orten der ehemaligen Wolgadeutschen Gebieten finanziell unterstützen möchten, können sie einen Dauerauftrag an die Kirchliche Gemeinschaft mit dem Verwendungszweck: „Familie Rüb 1505“
einrichten.

Falls sie ein Dauerauftragsformular und weitere Flyer benötigen, lassen sie es uns bitte wissen. Wir senden ihnen gerne beides zu. Möge der Herr ihnen ein offenes Herz und mitteilende Hand beim Mittragen und Finanzieren dieses wichtigen Dienstes geben. Wir sind Ihnen dankbar für Ihre Unterstützung. Wir beten auch dafür, dass die Kernsanierung des Innenbereiches der evangelisch-lutherischen Dreifaltigkeitskirche bis zur Ankunft der Eheleute Rüb in Marx abgeschlossen ist.

Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen. Gal. 6,10

Kurzbericht von Bischof Scheiermann Juli 2018

Mit dem Monatsspruch von Juli  „Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein neues, solange es Zeit ist, den Herrn zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt! (Hosea 10,12) möchte ich Sie alle grüßen.

Eine große Verheißung und Hoffnung schenkt uns der Prophet Hosea. Trotz der sowjetischen anti-religiösen Propaganda war das Wort Gottes auch in Russland gesät. Und es wird auch jetzt gesät. Hier ein Kurzbericht von Bischof Alexander Scheiermann:

An einem Sonntag habe ich die Gemeinde im Dorf Kasanka besucht. Das Dorf wurde im  Jahr 1909 von deutschen Umsiedlern aus der Ukraine gegründet. In der Sowjetzeit war das eine von den besten Landwirtschaftskolchosen im Gebiet Omsk. Zu der damaligen Zeit wohnten dort ca. 1500-2000 Leuten. Alle sprachen Deutsch. Es gab immer eine lutherische Brüdergemeinde. Bis heute gibt es zweimal pro Woche ein Zusammentreffen und noch heute singen die Leute am Anfang der Gottesdienste deutsche Lieder. Generell sprechen sie gerne Deutsch miteinander, jedoch wird der Gottesdienst in der russischen Sprache durchgeführt, weil einige Teilnehmer kein Deutsch verstehen. Pastor Stanislav Mikula ist neben anderen Gemeinden auch verantwortlich für diese Gemeinde. Er war von Bischof Otto Schaude als Pastor für die Nordregion des Gebietes Omsk eingeführt worden.

Im Sommer veranstaltet Stanislav mit seiner Frau Tagesfreizeiten für Kinder. Bis 70 Kinder kommen zusammen. Pastor Stanislav ist motiviert und voller Zuversicht, dass die lutherische Gemeinde im großen schönen Sibirien eine Zukunft hat. Er ist in unserer Kirche angestellt. Er ist verheiratet und hat sechs Kinder. Seine Frau Nina ist Lehrerin und zuständig für die Arbeit mit Kindern im Gebiet Omsk.

Bitte beten Sie für einen gesegneten Dienst von Pastor Stanislav und seiner Frau Swetlana Mikula und für die Gemeinden in denen er Dienst tut.

Missions- & Evangelisationstage 2017 in Bad Sooden-Allendorf

Dieses Jahr haben die Missions- & Evangelisationstage in Bad Sooden-Allendorf stattgefunden – dem Ort, wo sich der Sitz des Vereins befindet. Die historische Verbundenheit, die Nähe zum Tagungsheim und der sehr schöne Ort haben wundervoll zum 40-jährigen Jubiläum gepasst und die Tage noch schöner werden lassen.

Am Samstag Mittag habe ich bereits auf dem Weg zum und beim Empfang im „Werratal Kultur- & Kongresszentrum“ viele Freunde und Bekannte aus ganz Deutschland getroffen. Wie schön ist es über viele Jahre hinweg mit Geschwistern aus unterschiedlichsten Brüdergemeinden miteinander verbunden zu sein! Jesus verbindet uns, auch wenn viele Hunderte Kilometer und einige Jahre des Nichtsehens dazwischen liegen.

Die Freude und Festlichkeit des Anlasses wurde dann auch von meinem Eindruck über die Räumlichkeiten unterstrichen. Der große Saal der „Werratal Kultur- & Kongresszentrum“ war optimal und sehr angenehm & zweckdienlich zum längeren Zuhören geeignet. Vorne hing über der Bühne das Thema dieser Missions- und Evangelisationstage: Gott verändert Leben!

Das nächste Highlight war der große gemischte Chor, der zur Anbetung Gottes einlud: Die Freude am Herrn ist eure Stärke! Jüngere und ältere Geschwister aus verschiedenen Brüdergemeinden haben es im Vorfeld geschafft gemeinsam zehn sehr schöne Lieder einzuüben. Der große gemischte Chor bereicherte die beiden Gottesdienste am Samstag und Sonntag Nachmittag.

Im ersten Gottesdienst gab es zwei Predigten. Zuerst sprach Alfred Eichholz zum Thema „Allein durch die Schrift“ über die Bedeutung von Gottes Wort. Er griff das Thema durch ein Zitat vom kirgisischen Schriftsteller Aitmatow auf: „Wo kein Wort ist, ist auch kein Gott.“ Es ist uns ohne die Bibel nicht möglich über Gott nachzudenken und gerettet zu werden! Nur die Heilige Schrift hat die Kraft unsere Herzen zu verändern. Sie hat diese Kraft in ihren einfachen Worten! Dagegen nimmt der Glaube ab, wo er nicht in Gottes Wort gegründet ist. Wollen wir daran wie die Reformatoren festhalten? Oder irren wir wie die Schriftgelehrten, die die Schrift doch nicht kannten und eigene menschliche Auslegung der eigentlichen Bedeutung überstülpten?

Die zweite Predigt hielt Viktor Gräfenstein zu „Allein durch Gnade“. Er erklärte Gnade als Wirkung, die ein Gesetz außer Kraft setzt. Das göttliche Gesetz ist, dass der Lohn der Sünde der Tod ist. Die Gnade Gottes aber stellt sich dazwischen und hebt die Folge auf. Durch die Gnade Gottes werden wir frei! Wir erhalten Vergebung der Sünden und sind damit gerechtfertigt vor Gott. Diese geistlichen Wahrheiten veranschaulichte er sehr bildlich an einer kurzen Geschichte: Der Ärmel eines Mitarbeiters verfing sich in einer großen Kreissäge und so wurde sein Arm unaufhaltsam zur Kreissäge gezogen. Das ist das Gesetz. Die Gnade, die einschritt, war das rettende Drücken des Ausschalters durch einen anderen. So rettet Gott uns allein durch Gnade, weil unsere Verurteilung an Jesus vollzogen wurde!

Als Nächstes gibt es am frühen Abend einen besonderen Vortrag von Eduard Penner und Alexander Schacht zum Jubiläum „40 Jahre Kirchliche Gemeinschaft als Verein“. Es wird vorgestellt wozu die Kirchliche Gemeinschaft da ist und welche Ziele sie verfolgt. Mit zahlreichen Bildern wird die Geschichte beleuchtet. Alle Informationen und Bilder findet man in der Festzeitschrift, die man sich auch für eine Spende bestellen kann.

Am Samstag Abend begeistert mich der große Jugendchor. Wie schön ist es, wenn junge Menschen hingebungsvoll Gott ehren und ihn groß machen! Waldemar Lies hielt eine evangelistische Ansprache zur „Veränderung des Herzens“. Nach Epheser 3,17 soll Jesus Christus in unserem Herzen wohnen und wir fest in seiner Liebe gegründet und verwurzelt sein. Waldemar berichtete uns von Flüchtlingen, die diese rettende Botschaft annahmen und gegenüber ihren muslimischen Freunden bezeugen. Als Beispiel erzählte Alex Schreiner zeugnishaft aus seinem Leben.

Damit es nicht zu lang wird, möchte ich mit meinen Eindrücken vom Sonntagvormittaggottesdienst abschließen. Alexander Scheiermann predigte zunächst zum Thema „Allein durch Christus„. Er behauptete, dass es keinen besseren Beruf gäbe, als Christus zu verkünden und forderte uns heraus, dass die Begabtesten Gott dienen sollten. Geben wir Gott das Beste? Wie wäre es, wenn jede Gemeinde fünf Missionare und fünf Pastoren aussenden würde? Das würde einiges verändern. Der Gottesdienst wurde durch eine ernste Abendmahlsansprache und das gemeinsame Abendmahl abgerundet. Es war herrlich in so großer Gemeinschaft miteinander das Mahl des Herrn zu feiern! Gott hat uns so reich beschenkt!

Die Schlusspredigt hielt Viktor Gräfenstein zum Thema: „Allein durch Glauben“. Ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen. Es ging in der Predigt auch um das Verhältnis zwischen „Werke und Glauben“. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht unsere Werke – bildlich gesprochen – wie Früchte in einem Korb vor uns hertragen. Nach der Offenbarung 14,13 folgt nicht der Glaube den Werken, sondern die Werke folgen ihnen (den Glaubenden) nach.