Bericht über die Reise nach Tscheljabinsk (September 2018)

Am Freitag, den 07.09.2018 machten sich sechs Brüder aus Deutschland auf um die lutherischen Brüdergemeinden im Uralgebiet zu besuchen und besonders auch die Missionarsfamilien Jesse und Schreiner zu stärken. Mit dabei waren die Vorstandsmitglieder der Kirchlichen Gemeinschaft Br. Otto Eichholz aus Neustadt an der Weinstraße und Br. Jakob Gebel aus Bad Kreuznach. Am 12.09. verstärkte Br. Alfred Eichholz aus Kirgistan noch die Gruppe, somit waren wir dann zu siebt.

Untergebracht waren wir bei Waldemar und Katharina Jesse in Tscheljabinsk, von wo wir auch unsere Einsätze unternahmen. Das Ehepaar Jesse war über unseren Besuch sehr erfreut und hat uns wie Könige bewirtet. Hier sei angemerkt, dass Familie Schreiner ihren Wohn- und Hauptwirkungsort ebenfalls in Tscheljabinsk hat. Alexander Schreiner war bei den meisten unserer Einsätze mit dabei, in vielen Gemeinden war er auf dieser Reise zum ersten mal.
In den ersten zwei Tagen besuchten wir die Gemeinden in Starokamyshinsk und Tscheljabinsk. Danach hatten wir eine kurze Rüstzeit in einem Freizeitheim an einem See, wo wir uns mit dem Thema beschäftigten „Eine Kirche, die nicht schläft“.

Nächstes Ziel war Jekaterinburg, wo Fam. Jesse früher wohnte und wirkte. Jetzt wird die Gemeinde von einem jüngeren Bruder, Br. Evgeni geleitet. Unterstützt wird er dabei von Raikin und Ute Dürr, die früher ihren Dienst in Bishkek (bei Br. Alfred Eichholz) taten. Es war für uns interessant zu erfahren, dass der evangelische Glaube schon von Anfang an zu Jekaterinburg gehörte, einer der zwei Stadtgründer war ein Lutheraner.

Magnitogorsk gehört zu den meist verschmutzten Städten der Welt. Aber auch dort benötigen die Menschen die reinigende Kraft des Blutes Jesu, weshalb unser Weg auch dorthin führte. Der größte Teil der Gemeinde besteht aus älteren Männern. Es hat sich ergeben, dass in der Versammlung eine obdachlose Frau, Natalia, mit dabei war. Als Br. Jakob begann von der Liebe Gottes zu predigen, ging diese Frau schreiend hinaus. Später erfuhren wir, dass sie von Menschen, von denen man eigentlich Liebe erwartet, genau das Gegenteil bekam und deshalb so reagierte. Auf unserem Heimweg schlossen wir diese Frau in unser Gebet ein.

In Sawodoukowsk besuchten wir eine Gemeinde mit vielen älteren Geschwistern deutscher Herkunft. In der Versammlung wurden zwei Kinder aus russischen Familien getauft.
Unser letzter Einsatz ging nach Tjumen, einer sehr schönen, sauberen und modernen Stadt. Die Gemeinde mietet für ihre Versammlungen ein Restaurant. Geleitet wird sie von einem älteren und einem jüngeren Bruder. Nach der Versammlung hat uns der jüngere Bruder, Maxim, die Stadt und ihre Geschichte vorgestellt. Er kam uns dabei vor wie ein Geschichtsbuch auf Füßen. Er hat seinen Platz in unseren Herzen und auch in unseren Gebeten gefunden.

Insgesamt haben wir bei unserer Reise ca. 2.500 km mit zwei Autos zurückgelegt. In einem Auto war Waldemar am Steuer, in dem anderen seine Frau Katharina, was bei uns hohen Respekt hervorgerufen hat, zumal sie sich auch noch die ganze Zeit um unser leibliches Wohl sorgen musste. Auf den Fahrten hatten wir viel Zeit zu reden, zu beten und zu singen. Auch wurden uns die Dimensionen Russlands bewusst. Allein das Uralgebiet ist 5 mal größer als Deutschland! Wir haben in den 11 Tagen unserer Reise nur einen kleinen Teil davon gesehen…
Am 18.09. kehrten wir wohlbehalten zu unseren Lieben zurück.

Folgende Gebetsanliegen möchte ich allen Lesern an`s Herz legen:

  • Kraft und Weisheit für Waldemar & Katharina, Alexander & Elena und für alle anderen Mitarbeiter
  • Schutz und Bewahrung auf den vielen weiten Wegen, die sie zurücklegen müssen
  • Heranreifen von Mitarbeitern, die fähig sind auch andere zu lehren
  • „Bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in die Ernte sende!“

Reisebericht von Andreas Eichholz

Missions- & Evangelisationstage 2017 in Bad Sooden-Allendorf

Dieses Jahr haben die Missions- & Evangelisationstage in Bad Sooden-Allendorf stattgefunden – dem Ort, wo sich der Sitz des Vereins befindet. Die historische Verbundenheit, die Nähe zum Tagungsheim und der sehr schöne Ort haben wundervoll zum 40-jährigen Jubiläum gepasst und die Tage noch schöner werden lassen.

Am Samstag Mittag habe ich bereits auf dem Weg zum und beim Empfang im „Werratal Kultur- & Kongresszentrum“ viele Freunde und Bekannte aus ganz Deutschland getroffen. Wie schön ist es über viele Jahre hinweg mit Geschwistern aus unterschiedlichsten Brüdergemeinden miteinander verbunden zu sein! Jesus verbindet uns, auch wenn viele Hunderte Kilometer und einige Jahre des Nichtsehens dazwischen liegen.

Die Freude und Festlichkeit des Anlasses wurde dann auch von meinem Eindruck über die Räumlichkeiten unterstrichen. Der große Saal der „Werratal Kultur- & Kongresszentrum“ war optimal und sehr angenehm & zweckdienlich zum längeren Zuhören geeignet. Vorne hing über der Bühne das Thema dieser Missions- und Evangelisationstage: Gott verändert Leben!

Das nächste Highlight war der große gemischte Chor, der zur Anbetung Gottes einlud: Die Freude am Herrn ist eure Stärke! Jüngere und ältere Geschwister aus verschiedenen Brüdergemeinden haben es im Vorfeld geschafft gemeinsam zehn sehr schöne Lieder einzuüben. Der große gemischte Chor bereicherte die beiden Gottesdienste am Samstag und Sonntag Nachmittag.

Im ersten Gottesdienst gab es zwei Predigten. Zuerst sprach Alfred Eichholz zum Thema „Allein durch die Schrift“ über die Bedeutung von Gottes Wort. Er griff das Thema durch ein Zitat vom kirgisischen Schriftsteller Aitmatow auf: „Wo kein Wort ist, ist auch kein Gott.“ Es ist uns ohne die Bibel nicht möglich über Gott nachzudenken und gerettet zu werden! Nur die Heilige Schrift hat die Kraft unsere Herzen zu verändern. Sie hat diese Kraft in ihren einfachen Worten! Dagegen nimmt der Glaube ab, wo er nicht in Gottes Wort gegründet ist. Wollen wir daran wie die Reformatoren festhalten? Oder irren wir wie die Schriftgelehrten, die die Schrift doch nicht kannten und eigene menschliche Auslegung der eigentlichen Bedeutung überstülpten?

Die zweite Predigt hielt Viktor Gräfenstein zu „Allein durch Gnade“. Er erklärte Gnade als Wirkung, die ein Gesetz außer Kraft setzt. Das göttliche Gesetz ist, dass der Lohn der Sünde der Tod ist. Die Gnade Gottes aber stellt sich dazwischen und hebt die Folge auf. Durch die Gnade Gottes werden wir frei! Wir erhalten Vergebung der Sünden und sind damit gerechtfertigt vor Gott. Diese geistlichen Wahrheiten veranschaulichte er sehr bildlich an einer kurzen Geschichte: Der Ärmel eines Mitarbeiters verfing sich in einer großen Kreissäge und so wurde sein Arm unaufhaltsam zur Kreissäge gezogen. Das ist das Gesetz. Die Gnade, die einschritt, war das rettende Drücken des Ausschalters durch einen anderen. So rettet Gott uns allein durch Gnade, weil unsere Verurteilung an Jesus vollzogen wurde!

Als Nächstes gibt es am frühen Abend einen besonderen Vortrag von Eduard Penner und Alexander Schacht zum Jubiläum „40 Jahre Kirchliche Gemeinschaft als Verein“. Es wird vorgestellt wozu die Kirchliche Gemeinschaft da ist und welche Ziele sie verfolgt. Mit zahlreichen Bildern wird die Geschichte beleuchtet. Alle Informationen und Bilder findet man in der Festzeitschrift, die man sich auch für eine Spende bestellen kann.

Am Samstag Abend begeistert mich der große Jugendchor. Wie schön ist es, wenn junge Menschen hingebungsvoll Gott ehren und ihn groß machen! Waldemar Lies hielt eine evangelistische Ansprache zur „Veränderung des Herzens“. Nach Epheser 3,17 soll Jesus Christus in unserem Herzen wohnen und wir fest in seiner Liebe gegründet und verwurzelt sein. Waldemar berichtete uns von Flüchtlingen, die diese rettende Botschaft annahmen und gegenüber ihren muslimischen Freunden bezeugen. Als Beispiel erzählte Alex Schreiner zeugnishaft aus seinem Leben.

Damit es nicht zu lang wird, möchte ich mit meinen Eindrücken vom Sonntagvormittaggottesdienst abschließen. Alexander Scheiermann predigte zunächst zum Thema „Allein durch Christus„. Er behauptete, dass es keinen besseren Beruf gäbe, als Christus zu verkünden und forderte uns heraus, dass die Begabtesten Gott dienen sollten. Geben wir Gott das Beste? Wie wäre es, wenn jede Gemeinde fünf Missionare und fünf Pastoren aussenden würde? Das würde einiges verändern. Der Gottesdienst wurde durch eine ernste Abendmahlsansprache und das gemeinsame Abendmahl abgerundet. Es war herrlich in so großer Gemeinschaft miteinander das Mahl des Herrn zu feiern! Gott hat uns so reich beschenkt!

Die Schlusspredigt hielt Viktor Gräfenstein zum Thema: „Allein durch Glauben“. Ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen. Es ging in der Predigt auch um das Verhältnis zwischen „Werke und Glauben“. Wir sollten aufpassen, dass wir nicht unsere Werke – bildlich gesprochen – wie Früchte in einem Korb vor uns hertragen. Nach der Offenbarung 14,13 folgt nicht der Glaube den Werken, sondern die Werke folgen ihnen (den Glaubenden) nach.